Vereinsfahrt Ägypten 2002

Hinweis: Der genaue Tag ist nicht überliefert, nur ungefähr wann das war.
Vereinsfahrt nach Ägypten, El Quseir, Utopia Beach Club, September 2002.
Am Donnerstagmorgen um 3.15 Uhr ging es los. Wir wurden mit verschiedenen Kleinbussen von zu Hause abgeholt und zum Frankfurter Flughafen gebracht. Trotz der frühen Morgenstunde waren alle hellwach. Wir waren dieses Jahr 19 Erwachsene und 2 Kinder. Am Flughafen wurde die Wartezeit mit Sektrinken überbrückt. Dann hob der Flieger ab, und nach 4 Stunden landeten wir in Hurghada. Für die Busfahrt von 2,5 Stunden besorgte Harry noch eine Palette Bier im Duty Free Shop. Dies wurde gerne angenommen, da es schon sehr heiß war und der Durst uns schon wieder quälte. Auf der Fahrt zum Hotel konnten wir uns die „schöne Gegend“ ansehen: rechts sahen wir das türkisblaue Meer mit seinen weißen Schaumkronen, links gab es nur Wüste, Wüste und nichts als Wüste.
Um 15.30 Uhr erreichten wir endlich unser Ziel und konnten unsere Zimmer beziehen. Wer jetzt denkt, dass wir uns aufs Ohr gelegt hätten, täuscht sich. Badesachen anziehen, Schnorchelsachen aus dem Koffer geholt und erst mal den Kopf unter Wasser gesteckt. Was uns wohl erwartet? Papageienfische, Drücker, Doktorfische, Igelfische, Kugelfische etc. — das Tropenfeeling war da. Dann ein Blick zur Tauchbasis, auch hier sah alles okay aus. Zum Tauchen waren wir aber dann doch zu k.o. An einem riesigen Büfett ließen wir es uns am Abend noch gut gehen.
Am nächsten Tag war es endlich so weit: wir gingen tauchen. Klares Wasser, viele Fische und tolle bunte Korallen erwarteten uns. Bei Alex hatte wohl die Sonne schon ihre Wirkung hinterlassen — sie begann Wörter zu vergessen und konnte sich nur noch mit Umschreibungen verständigen, so wurde aus dem Wort „Flosse“ die „Gummianziehschuhe fürs Schwimmen“. Wer kann da schon noch durchblicken. Abends versuchten wir noch, einen Namen für das Baby von Alex und Tim zu finden — nichts gefiel den beiden.
Der Tagesablauf war immer derselbe: Tauchen – Dekobier – Essen – Sonnen – Tauchen – Essen – Schlafen. Vielleicht habe ich noch was vergessen? Am Sonntag wollten wir mit dem Boot ein Stück an der Küste entlangfahren, um mehr vom Südriff zu sehen. Es wurde eine Odyssee: das Boot fuhr nicht wie gewünscht an der Küste entlang, sondern direkt aufs offene Meer hinaus. Jetzt erfuhren wir auch, dass die Lenkung nicht mehr funktionierte und wir so lange fahren müssten, bis wir ein anderes Boot fänden. Das war ein Schock, die Flaschen wurden wieder abgelegt. Dann endlich, nach geraumer Zeit, ein Boot in Sicht. Der Kapitän warf uns eine kleine Büchse Öl entgegen, sie landete im Meer und musste von einem Boy unserer Crew herausgeholt werden.
Was sollten wir jetzt nur tun? Wir entschlossen uns, an diesem Tauchplatz ins Wasser zu springen, da wir alle schon furchtbar schwitzten. Doch was war hier los — Strömung! Wieder eine neue Erfahrung für unsere neuen Taucher. Unter Wasser das Gleiche, nur eine zutrauliche Schildkröte tröstete uns für diesen Tauchgang. Auf dem Nachhauseweg nahm Bernds Gesichtsfarbe die seines weißen T-Shirts an. Vom Bootfahren waren wir geheilt. Zwischen den Tauchgängen ging es noch zum Schnorcheln — da Ebbe herrschte, gab es größere Tümpel zum Schnorcheln, dort wimmelte es nur so von Fischen, man kam sich vor wie in einem Aquarium.
Ein Nachttauchgang stand auch auf unserem Programm. Um 19.30 Uhr gingen wir alle zusammen ins Wasser. Gleich zu Anfang im Sand sahen wir einen Aalwurm, der vergeblich versuchte, sich vor dem Licht in den Sand zu graben. Ein riesiger Einsiedlerkrebs marschierte über den Sand, Sepien wechselten die Farben, Stachelrochen mochten unser Licht auch nicht, und Ralf wurde sogar beim Filmen von einem kleinen Adlerrochen attackiert. Ein Fledermausfisch suchte einsam ein Nachtlager. Dann war auch dieser Tauchgang zu Ende.
Wir hatten auch einiges zu feiern: es gab zwei Verlobungen in diesem Urlaub, eine davon sogar unter Wasser. Nachdem die Ringe getauscht wurden, hieß es Luftanhalten und Küsschen geben für Petra und Horst. Nach dem Abendessen wurden die Ringe zwischen Sylvie und Bernhard getauscht. Auf diesem Wege noch einmal alles Gute für unsere zwei neuen Paare. Dann endlich konnte gefeiert werden, und der Sekt floss in Strömen.
Leider hatten wir durch den „Fluch des Pharaos“ (Durchfall) auch einige Ausfälle zu verzeichnen. Aber auch das konnte uns nicht davon abhalten, in das große Aquarium vor unserer Tür zu springen — notfalls wurde nur in Badehose getaucht. Für Harry und Conny war der Urlaub nach einer Woche bereits zu Ende, sie machten Platz für Helmut, der in der zweiten Woche dazukam. Einige hatten noch tolle Erlebnisse in der letzten Woche: so kam es unter Wasser zu Begegnungen mit Delfinen, Haien, Napoleons, Schildkröten etc.
Mit etwas Abstand und wieder gesundem Bauch kann man doch von einem gelungenen Urlaub sprechen. Bis zum nächsten Mal. Gut Luft.







